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dpa
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14. Oktober 2011

Stefan Sagmeister gilt als «Enfant terrible» der Designerwelt. Mit seinen CD-Covers für Lou Reed, Werbespots, Installationen und Büchern hat er weltweit Kultstatus erreicht. In Paris rückt er derzeit auch das Werk des deutschen Künstlers Oubey ins Scheinwerferlicht.

Paris/New York (dpa) - An der Ausstellungswand zwei Bilder. Das obere zeigt ein Sofa, auf dem ein Mann in Unterhose sitzt. Das untere zeigt denselben Mann zwei Wochen später, nur etwas fülliger und umgeben von Cola-Dosen, Joghurt und Keksen, Nahrungsmittel, die er konsumiert hat. Der Mann auf dem Plakat ist Stefan Sagmeister selber. Der Designer hat es für eine Ausstellung in Osaka und Tokio entworfen.

Sagmeister ist nicht nur ein talentierter Grafikdesigner, sondern auch ein brillanter Verkäufer. Dabei zögert der in New York lebende Österreicher nicht, sich selbst zu verkaufen. Unter dem Titel «Sagmeister: Another exhibit about promotion and sales material» zeigt das Pariser Museum für Dekorative Künste seit Donnerstag die erste große Einzelausstellung des Stargrafikers, der seinen Ruhm den Platten- und CD-Covers für Lou Reed, die Rolling Stones, David Byrne und Pat Metheny verdankt, in Frankreich.

An den Wänden und in den Vitrinen des Pariser Museums, das gleich neben dem Louvre liegt, werden Sagmeisters Auftragsarbeiten aus den vergangenen sieben Jahren gezeigt: Plakate, Installationen, Arbeiten für soziale Projekte und Designbücher. Während Sagmeister zu Beginn seiner Karriere vorwiegend Kommerzielles vermarktete, wendet er sich heute immer mehr unkonventionellen Bereichen zu und versucht, die Brücke zwischen Kunst und Kommerz zu schlagen.

«Mindkiss» ist eines seiner Designbücher, das in der bis zum 19. Februar dauernden Ausstellung zu sehen ist. Ein fünfbändiges Kunstbuch von Werken des Karlsruher Künstlers Oubey, der 2004 im Alter von 46 Jahren bei einem Autounfall tödlich verunglückte. Von Oubeys mehr als 1000 Bildern, die er hinterlassen hat, sind rund 80 in dem mehrbändigen Kunstbuch vereint. Der Schuber gleicht einer Plastik und erinnert an ein Meer von Meteoritensplittern.

Sagmeister hatte Oubey nicht mehr kennengelernt, ist aber von der Vielfalt und der Thematik seines Werks begeistert. «Das Thema des bis zu seinem Tod praktisch unbekannten Künstlers war die Verbindung von Kunst und Wissenschaft, eine Kombination, die auch mich in den Bann zieht. Außerdem hat mich die Tatsache fasziniert, dass Oubeys Witwe praktisch ihr gesamtes Leben der Popularisierung seiner Kunst widmet», sagte der Designer der Nachrichtenagentur dpa.

Oubeys Malerei fasziniert durch ihre Ausdrucksstärke und irritiert durch ihren Eklektizismus. Der Künstler setzt sich in seinen Werken mit der Physik Einsteins und Heisenbergs auseinander, mit der Metaphysik von Leibniz, der Philosophie der Griechen, der Lyrik von Celan und Rilke. Oubeys Kunst lässt sich in keine Schublade stecken. Auch darin gleicht er Sagmeister. «Er war ein Einzelkämpfer, der teils zum abstrakten Expressionismus neigte, aber auch auf die Pop Art zuging», sagte Sagmeister in New York.

Für die Kunstbände «Oubey Mindkiss» hat Sagmeister drei große Designpreise in den USA gewonnen. Vor Paris waren die Bücher in Lausanne (Schweiz) zu sehen. Außerdem stelle er sie bei seinen vielen Vorträgen in Europa, Asien und Nordamerika vor, sagt Sagmeister.

Oubeys Witwe, Dagmar Woyde-Köhler, verschafft dem Werk ihres Mannes derweil über eine Internetseite sowie einen Film Beachtung. Einmal im Jahr besucht sie Wissenschaftler verschiedener Disziplinen und bittet sie um Kommentare zu einem Bild. Diese «Encounters» (Begegnungen) sind als Videos ebenfalls online veröffentlicht. 2012 soll Oubeys Kunst im Rahmen einer Multi-Media-Show in San Francisco und voraussichtlich auch in New York zu sehen sein.

 

dpa
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10. Oktober 2011

Der international gefragte Designer Stefan Sagmeister eröffnet eine Ausstellung über Kunst und Kommerz in Paris. Sagmeister ist  Österreicher, arbeitet aber in New York. Zu seinen Exponaten gehören die preisgekrönten Kunstbücher mit den Bildern des Deutschen OUBEY.

Paris/New York (dpa) - Mit einer Ausstellung über grafisches Design in der Kunst und der Werbung stellt sich der gebürtige Österreicher Stefan Sagmeister jetzt in Paris vor. Sagmeister, der seit zwei Jahrzehnten in New York lebt, hat sich mit Platten- und CD-Hüllen für Lou Reed, die Rolling Stones, David Byrne, Aerosmith und Pat Metheny einen Namen gemacht. Für eine Buchreihe mit den Bildern des in frühen Jahren gestorbenen deutschen Künstlers OUBEY hatte er 2010 drei internationale Preise gewonnen, darunter den Design Award des Amerikanischen Instituts für Grafische Kunst.

Sagmeister arbeitet in seinem New Yorker Studio unter anderen für das Guggenheim Museum, Time Warner und den Kabelsender HBO. Zu seinen Auftraggebern gehört auch BMW. Einen Auftrag vom Weißen Haus lehnte er ab, weil er sich eigenen Angaben zufolge gerade eine Schaffenspause gönnte. Paris ist nach Berlin, Zürich, Wien, Prag, Osaka (Japan) und Seoul (Südkorea) die jüngste von gut einem Dutzend Weltstädten, die ihm Solo-Ausstellungen widmeten.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa sagte der zweifache Grammy-Preisträger, er betrachte es als eine besondere Ehre, seine Arbeiten jetzt erstmals im Museum der Dekorativen Künste (Musée des Arts Décoratifs) von Paris zeigen zu dürfen. Außerdem sei es «ein Spass, dass unsere Entwürfe für kleine CD-Covers jetzt im gleichen Gebäude wie Da Vincis Mona Lisa und Van Eycks Madonna hängen». Die Designschau «Stefan Sagmeister: Eine weitere Ausstellung über Werbung und kommerzielles Material» wird am Donnerstag eröffnet und läuft bis zum 19. Februar 2012.

Die Kunstbände «OUBEY MINDKISS» mit Werken des Karlsruhers OUBEY hatte Sagmeister zuvor auch schon im schweizerischen Lausanne vorgestellt. «Natürlich zeige ich sie regelmäßig bei diversen Vorträgen, in der vergangenen Woche in Barcelona und Kopenhagen.» Oubey war mit nur 46 Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Er hinterließ Hunderte Bilder, die inzwischen unter anderem in den USA große Beachtung finden. Für 2012 ist dort eine Multi-Media-Show in Vorbereitung.

 

Sagmeister hatte OUBEY nicht mehr kennengelernt, ist aber von der Vielfalt und der Thematik dessen Werks begeistert. «Das Thema des bis zu seinem Tod praktisch unbekannten Künstlers war die Verbindung von Kunst und Wissenschaft, eine Kombination, die auch mich in den Bann zieht. Außerdem hat mich die Tatsache fasziniert, dass OUBEYs Witwe praktisch ihr gesamtes Leben der Popularisierung seiner Kunst widmet», sagte der Designer der dpa.

 

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